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Vanilla 1.1.4 Forum von Lussumo. Weitere Informationen: Dokumentation, Community.

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  1.  permalink

    das gespensterkind

    es war mal ein gespensterkind, dem sagte sein papa:
    „ich muss die nächste nacht weit weg und du bleibst da.
    gehorsam, brav und ordentlich, drehst du zur geisterstunde,
    sowie es sich für dich gehört, die große übungsrunde.“
    sargdeckelklappern und knochenpfeifen,
    ‚ne ritterrüstung durch‘s schlafzimmer schleifen,
    dreimal rund um den friedhof schweben,
    ja, so ist das gespensterleben!

    da sagte das gespenserkind: ich hab das üben satt.
    ich will mal richtig gruseln geh‘n und fliege in die stadt.
    im erste haus, da schlüpfte es, schwupp, in ein ofenrohr
    und kam dann aus dem ofenloch kohlrabenschwarz hervor.

    und alle liefen ganz schnell weg, nur nicht die tante tine,
    die wollt‘ es schnappen und rief laut: „ab in die waschmaschine“
    doch hat sie es nicht mehr erwischt, es flog zum fenster raus
    und schlüpft kohlrabenschwarz und schnell, sogleich ins nachbarhaus.

    doch ach, da drin, da musste es, gehorsam, ohne mucken,
    mit der familie meierling drei stunden fernseh gucken.
    heinzelmännchen und krimis sehen, keinen schritt mehr vor die türe gehen,
    immer nur vor der glotze kleben, ja so ist manchmal das menschenleben.

    doch beide eltern schleifen ein, die kinder schlichen raus,
    und spielten mit dem gespensterkind gespenster rund ums haus.
    da wachten beide eltern auf, sah‘n ängstlich aus dem fenster.
    „was ist da draussen für ein lärm, das klingt ja wie gespenster!“
    sargdeckelklappern und knochenpfeifen,
    ‚ne ritterrüstung durch‘s schlafzimmer schleifen,
    dreimal rund um den friedhof schweben,
    oh schreck, hier muss es gespenster geben.

 
somewhat