
Vanilla 1.1.4 Forum von Lussumo. Weitere Informationen: Dokumentation, Community.
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Pulp:
Ab und zu ein wenig Sword & Sorcery ist ja ganz lustig (I Lankhmar). Leider tendierten viele CONs in die Richtung Pulp, Hack & Slay: Hau drauf, selbst wenn du nicht weißt warum, ist ja der Endgegner. Das erinnert irgendwie daran, daß man zum Schwertkampf nur mit einem Freund in den Garten gehen muß, und die Ausgabe von 150.- DM für einen CON einfach zu groß ist.
heroic fantasy, epic fantasy, romantic fantasy, high fantasy:
Diese Bereiche gehören stark zusammen. Fassen wir es doch einfach in Fragen:
Wo bleiben die edlen Ritter? Wo sind die Questen? Wer zieht mit dem Tuch seiner Angebeteten in die Schlacht? Wo sind überhaupt die Burgfräuleins, zu deren Füssen sich die 140 Kilo werfen? Wo bleiben die Konzepte wie das des Ewigen Helden, die der Kampagne nur gut tun können (das soll jetzt keine Aufforderung sein, ein Charakter mit Namen Elric zu spielen; einen Roman-Helden zu spielen, zeugt eigentlich von wenig Magie und bringt Schwierigkeiten, denn ich kenne NIEMANDEN, der Gestalten wie GreyMouser, Fafhrd, Elric, Corum, Gandalf, Frodo, Lord Darcy, Sturm Brightblade, Raistlin, Boromir, CuChulainn, Siegfried, Krimhild, Hildebrand, Puck, Elminster …
spielen könnte)? Wo bleiben die Tragödien? Wo ist der heldenhafte Tod, der nicht mit einer 500 Punkte-Hönsel-Erweckung gekontert wird, der noch jahrelang von den Barden besungen wird, der den Charakter gerade durch sein Ableben berühmt macht, und nicht durch seinen zwei Meter langen Fähigkeitszettel? Diese Art von Fantasy bleibt einfach auf der Strecke, wenn der Tod nur durch „Nu is er hin“ kommentiert wird. Gut, Minne ist schwierig, weil reele Gefühle nicht aus dem CON heraushaltbar sind; aber erst wenn die Worte eines Sterbenden nicht mit „Gleich gibt es Essen“ abgeschnitten werden, erst wenn die Plattenpanzer ohne die Überlegung „ich habe 20 Schutzpunkte, er könnte 10 haben, aber sein Schwert scheint magisch zu sein“ in die Schlacht stürzen, erst wenn es Charaktere gibt, denen die Ehre mehr gilt als die 20 Platinstücke in den Händen des Gegenüber, wenn jemand unbeirrbar an das Gute glaubt, an das reine Gute, wenn noch Charaktere ein Jahr später erzählen „Ja das war ein Held“, wenn überhaupt jemand im Spiel über längst vergangene Ereignisse ausläßt und nicht nur „weißt du noch, DRACCON 4“ sagt, wenn der erste Krieger am Fenster seiner (im Spiel) Angebeteten steht, und mit seiner rostigen Stimme ein selbstkomponiertes, hemmungslos schlechtes Lied im Rhythmus der nach ihm geworfenen Schuhe singt, wenn ein stolzer Charakter wirklich weint, weil ein Kamerad gestorben ist, und nicht nur „erschaff dir halt einen neuen“ sagt, wenn der Held nach getaner Arbeit leblos und erschöpft zu Boden geht und nur durch seine Kameraden überlebt, wenn er vor der Wahl zwischen seinem Land, seiner Ehre und seinem Weib steht, wenn der Samurai den rituellen Selbstmord begeht, weil er nicht der Meinung seines Herrn ist, wenn also all dieses geschieht und noch so einiges mehr, dann kommen wir an das feeling heran, das die heroic fantasy, die arthurianic myth, die epic fantasy, die Saga um den Ewigen Helden, die high fantasy, das Feeling der großen Romane um Mittelerde und Erdsee ausmacht.
high fantasy:
Obwohl schon erwähnt, muß ich noch einmal darauf zurückkommen. Denn in der high fantasy ist Magie etwas Besonderes, Magie und Mystik, immer vorhanden, immer im Hintergrund; jedoch kaum wird sie verwendet. Wann wirkt Gandalf wirklich Magie? Hier liegt der Punktus knacktus. Es gibt auf einem LARP zu viel Magie. Magie ist nur dann mysteriös, wenn nicht jeder weiß, aha, Feuerball, 40 Magiepunkte, doch schon mächtiger. Magie ist nur dann interessant, wenn es nur wenige gibt, die damit umgehen können. Sicherlich ist das schwierig durchzubringen; jeder will halt der sein, der diese seltene Magie verwenden kann. Es ist nicht nur schwierig, sondern unmöglich. Doch man kann sich wenigsten darum bemühen, magische Rückenkratzer zu verbannen.
dark fantasy, horror:
Ein Element, das in vollkommen falscher Weise angewand wurde. Es gilt für Zombies und Skelette genau das gleiche wie für Vampire: sie werden einfach zu häufig eingesetzt. Letztere sind auch einfach zu mächtig: u.U. als NSCs o.k., weil die SL immerhin noch ein Finger darauf hat. Doch es gilt das gleiche für Vampire, wie für Dämonen oder auch Drow: weniger ist mehr. Den Leuten im MA reichte es einfach, Geschichten von Vampiren zu hören, um sich vor Angst in die Hose zu machen, oder Knoblauch an die Tür zu hängen. Wenn der Charakter seinen fünften Vampir, den siebten Dämon und den 117. sonnenbaden Drow gesehen hat, dann ist nur verständlich, daß er keine Angst mehr hat. Das Problem liegt allerdings in der Kettenreaktion: Toll, der hat einen Schwarzelfen gespielt, sah geil aus, spiel ich auch, meine Schweinsnase macht da nichts, toll, ein Elf, das mach ich auch, ein Zwerg, kein Problem, ich geh halt auf Knien, ein Dämon, das liegt mir doch im Blut, eine Mauer….
Nichtmenschliche Wesen sollten selten sein, selbst Elfen oder Zwerge, und ihre Andersartigkeit muß betont werden; ein Elf kann nun einmal mit der Einstellung kommen: „Ja ich könnte morgen nachmittag kommen, aber so eilig haben wir es doch nicht, übermorgen ist früh genug; eigentlich reicht auch nächste Woche; also dann, bis zum nächsten Jahr.“ Geldgier zum Beispiel sollte den meisten Elfen ein Fremdwort bleiben. Elfen (und andere Humanoide) müssen anders gespielt werden wie Menschen, sonst sind es halt nur Menschen mit angeklebten Spitzohren.
Zurück zur dark fantasy: solange sie in der richtigen Dosis eingesetzt wird, ist sie (wie alles andere) sehr gut brauchbar.
detective fantasy:
Sicherlich ein Element, das verwendet wird. Ich will jedoch darauf hinaus, daß Lord Darcy (von Randall Garrett) auf seine Lösungen quasi per Hand, also mit dem kleinen grauen Ding, das allgemein als Gehirn bezeichnet wird, kommt; er hat Hilfe durch Magie, doch Magie ist nicht das Allheilmittel. Das bringt mich wieder zurück zur Schlußfolgerung: Es darf auch ein bißchen weniger Magie sein. Es ist wie Salz in der Suppe: nötig ja, doch in zu großer Menge einfach schädlich. Wenn nicht jedes Problem mit Magie gelöst wird, sind Rätsel und merkwürdige Geschehnisse wieder interessant.
fairytales:
Das mußte zum Schluß natürlich sein. Die verspielte Feenwelt (besonders die irische) fasziniert mich einfach, und es ist einfach nötig, Feen in die Kampagne einzubauen. Doch hier muß man vorsichtig herantreten: eine Feen-Schwemme würde das feeling zerstören. Wiederum handelt es sich um eine Würze, die vorsichtig dazugegeben werden muß.
Und die großen Gedankensprünge zum Schluß:
Sicherlich ist das meiste hier mit einem Luftschloß zu vergleichen; schön wäre es, aber die Verwirklichung…
Doch wie wäre es mit
* einer wirklichen Stadt, mit einem Bäcker, einem Schmied, einem Gasthaus, einem Händler, einem Müller, mehreren Bauern, … und das ganze auf einem Zweiwochen-CON;
* wenn schon so viele Schwarzelfen spielen wollen, warum nicht ein Drow-CON, mit mehreren Familien, eingestreuten Goblin- und Menschensklaven, benachbarten Snirvneblin, ganz ohne einen oberirdischen Teil, oder zumindestens einem CON, wo die SCs die bösen Drow sind, und die NSC die Guten, die oben eine Burg gegen diese verteidigen, oder so ähnlich (so könnte man MANTI 3 auch machen);
…So…
Bis hierhin also die gedanken von Carsten Thurau am 31.01.01
Jetzt kommen die Komentare,,, Also: Schreiben schreiben schreiben…
der.wicky:Nichtmenschliche Wesen sollten selten sein, selbst Elfen oder Zwerge, und ihre Andersartigkeit muß betont werden; ein Elf kann nun einmal mit der Einstellung kommen: „Ja ich könnte morgen nachmittag kommen, aber so eilig haben wir es doch nicht, übermorgen ist früh genug; eigentlich reicht auch nächste Woche; also dann, bis zum nächsten Jahr.“ Geldgier zum Beispiel sollte den meisten Elfen ein Fremdwort bleiben. Elfen (und andere Humanoide) müssen anders gespielt werden wie Menschen, sonst sind es halt nur Menschen mit angeklebten Spitzohren.
da fallen mir die Elfen vom Phil3 ein. Die fand ich genau richtig. Klasse gespielt:
Was Münzen? Hmmm och ja… gib die mal dem mensch. der freut sich immer so drüber.
der.wicky:overused plots:
Kurz gesagt: Dämonen sind mittlerweile ausgelutscht. Wenn man erst einmal dreißig davon gesehen hat, sind sie einfach uninteressant.
Also ich für meinen Teil find Dämonen nicht ausgelutscht. Aber ich find das man die garnicht auftauchen lassen muss um sie ins Spiel zu bringen…
vielleicht sollte man einen bösewicht machen der nicht wirklich böse dinge tut auf den ersten blick und auch nicht gleich böse aussieht also net schwarz oder dunkelrot… oder pink..oO vielleicht sollten die waish einfach mal sich umziehen… und dinge „dieben“ die auf den ersten blick unnütz wirken und nicht gleich versuchen jungfrauen mit bärten zu opfern… wie wäre es damit?